Finale beim byzantinischen Gruppenprojekt

Nach 8 Wochen ist es nun soweit. Wir haben unsere Gruppenarbeit, eine Kopie des byzantinischen Mosaiks aus dem Baptisterium in Florenz, fertiggestellt.

Nach meinem ersten Stück, dem rechten Horn des Teufels, habe ich einen Abschnitt mit allen möglichen Farb- und Materialkombinationen bekommen. Ein Körper einer armen Seele, der in der grüngelben Hand des Teufels gehalten wird. Vor einem Hintergrund aus violetten Bergen und roten Höllenflammen.

Miserie verboten

“Non lavorate con la miseria”, hörte ich meine Lehrerin währen der Projektarbeit immer wieder sagen. “Gebt euch nicht zufrieden mit dem was ihr vor euch liegen habt. Bewegt euren Allerwertesten zum Materialregal und sucht nach der richtigen Farbe”. Und so wurden die Mischungen immer reichhaltiger, und mit ihnen die Arbeiten spanndender. Jedesmal, wenn eine neue Farbmischung dran war, hieß es sich hineinzufinden in die neue Arbeitsweise.

Was mir am meisten Spaß gemacht hat? Die carnaggioni schätze ich, die Hautfarben. Weil wir diese Smaltenmischungen mit Marmor anreichern konnten, um die Farbskala weiter auszudehnen und mir das Zusammenspiel von Glas und Marmor sehr gefällt. Außerdem habe ich schon vieles über Hautschattierungen gelernt. Unter anderem, dass anfangs verrückt erscheinende Farben sich am allerbesten für natürlich und lebendig wirkende Hauttöne eignen. Giftiges Grün und quietschiges Gelb zum Beispiel.

Und auf zur Posa!

Ein Moment, in dem alles schnell gehen und trotzdem präzise gearbeitet werden muss, ist die posa – das Zusammenlegen der einzelnen Teile des Mosaiks.

Nun zeigt sich, wie gut die Stücke ineinander greifen, sowohl chromatisch (was vorab natürlich regelmäßig geprüft werden muss) als auch größenmäßig. Und Unterschiede in der Höhe müssen ausgeglichen werden.

Damit das Puzzlen am Ende nicht zur Zerreißprobe wird, lassen wir bei solchen großformatigen Arbeiten eine Reihe tesserae frei, die später durch direktes Legen auf den finalen Untergrund aufgefüllt wird.

Sobald das Mosaik hängt reiche ich ein Foto nach. Nun geht es kurz vor Weihnachten noch weiter zum Thema, auf das ich mich besonders freue: die Portraits. Als erste kleine Übung machen wir uns an die Umsetzung eines Auges im byzantinischen Stil.

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