Mosaikprojekt Himmelsfels – Teil 3: Die Fertigstellung

Heute geht es weiter mit Teil 3 des Himmelsfels Projektes. Lese auch Teil 1 zur Entstehungsgeschichte und Teil 2 zur Vorbereitung und den ersten Arbeiten auf dem Gerüst.

Vor einigen Tagen war der Moment endlich da, auf den wir alle so sehr hingearbeitet haben: Die Fertigstellung des Mosaiks. Ich konnte es kaum glauben, als wir alle Schritte geschafft hatten und das Gerüst abbauen konnten, um mit allen Projektbeteiligten vor Ort auf unsere Arbeit anzustoßen. Besser als tausend Worte beschreiben natürlich Bilder das Gefühl. Daher gibt es oben eine Menge davon und weiter unten ein Video zum Projekt. 

Auch mit ein wenig zeitlichem Abstand kann ich schwer Worte finden, weil mich rührt wie toll alles geklappt hat. Ich bin so stolz auf unsere Gruppe. So viele Menschen sind zusammengekommen, so viele Hintergründe, Talente und Wünsche, um am Himmelsfels dieses Mosaik zu schaffen. Fast alle haben zum ersten Mal Mosaik gemacht. Das kleinste Kind war 3 Jahre alt.

Mit 108 Händen, 260 kg Glas, 45 kg Zement und 70 kg Fugenmasse haben wir in 26 Tagen einen Mosaikhimmel geschaffen.

Es galt nach den vorbereitenden Arbeiten und dem ersten Anbringen einiger Teile in der Kuppel noch viele Quadratmeter Fläche zu kleben, bis es schließlich ans Verfugen und anschließende Saubermachen ging. Einfach schön war das, als sich schließlich alle Teilchen zu einem einzigen Nachthimmel verbanden.

Mit Vielfalt zu einem Mosaik

Rückblickend kann ich sagen: Ich hatte einen Plan im Kopf und auf Papier, habe Material eingekauft und Farbmischungen zusammengestellt. Doch das Ergebnis übertrifft meine Erwartungen bei weitem. Vieles ist anders geworden als ich es geplant habe. Bei so vielen Beteiligten läuft eben nicht immer alles ganz nach Plan. Auch wenn es mir anfangs schwer fiel, nicht genau kontrollieren zu können, wie die Steinchen gelegt oder Übergänge geschaffen werden: Irgendwann habe ich verstanden, dass der Zauber dieses interkulturellen Projektes genau in dieser besonderen Dynamik liegt.

Es berührt mich, nach oben zu schauen und zu wissen: Hier hat Yu-Hao gearbeitet. Und dort Liza. Ich könnte fast jede Stelle im Mosaik einer Person zuordnen. Jedes Teammitglied hat seine eigene Handschrift hinterlassen.

Genau diese Vielfalt macht den Mosaikhimmel zu dem was er ist und sein soll: Ein Zeichen für das Miteinander, für das voneinander Lernen: We all look up at the same sky. Wir schauen alle an den gleichen Himmel.

Ja, manchmal war es auch einfach nur anstrengend. Das über Kopf arbeiten bis in die späten Abendstunden. Und doch hat sich jede Stunde ausgezahlt.

Viele Teilchen ergeben nun ein Ganzes. Es war mir eine große Freude, dieses Projekt künstlerisch zu leiten.

Mein herzlicher Dank gilt

Kinder, Jugendliche, Betreuende und Camp Worker der Campgruppen
Team Himmelsfels
Gemeinde Spangenberg
Celina, Evrim, Gergely & Susi

Erfahre mehr über das Projekt in diesem Video

 

Zum Ende dieser Blogreihe sollen die Beteiligten selbst zu Wort kommen. Lest hier, was sie über das Mosaikprojekt sagen (aus dem Englischen übersetzt).

Stimmen aus dem Team

Madawi, Sri Lanka

“Ich habe zum ersten Mal Mosaik gemacht. Miriam erklärte uns, wie man die Farben mischt. Ich habe viel von ihr gelernt. Es war auch schön, dass wir von hier und da und überall angefangen haben. Sie hat immer gesagt: Wir sind nicht hier, um perfekte Dinge zu tun. Es dreht sich alles um die Zusammenarbeit. Aber es ist so perfekt geworden. Und es war schön. Ich habe immer darüber nachgedacht, wie es am Ende aussehen würde. Alle zusammen haben wir ein Bild gemacht. Es ist schön, es ist so schön.”

Valencia, Simbabwe

“Ich erinnere mich, als wir anfingen und Miriam sagte: Wir müssen die Teile des Mosaiks draußen vorbereiten. Und ich habe mich gefragt, wie es wohl aussehen wird. Ich hätte nie gedacht, dass es so schön werden würde. Ich hatte keine Ahnung. Aber jetzt sind es all die kleinen Teile, die wir zusammengetragen haben. Jetzt ist es ein großes Werk. Man kann nicht sagen, wo es angefangen hat und wo es aufhört. Man  sieht nur die Schönheit und die leuchtenden Sterne, die Hügel und den schönen Spruch. Und die Farben passen gut zusammen.”

Icha, Indonesien

“Bevor wir anfingen, erzählte uns Miriam sehr detailliert den Hintergrund und die Geschichte der Farbe. Also zeigte sie uns zuerst, welche Farben wir verwenden werden. Wir hatten Spaß, als wir das Mosaik zusammen machten. Und man kann die Schönheit sehen.”

Rachael, Uganda

“Zu sehen, wie die ganze Schönheit hervorkam, war so gut. Aber zuerst dachte ich: Oh mein Gott, wie soll das gehen?! Ich habe in meinem Land nie ein Mosaik gesehen. Für mich war es etwas, was ich hier gelernt habe. Jetzt kenne ich die Grundlagen und möchte etwas Ähnliches bei mir zu Hause, vielleicht im Badezimmer.”

Privilege, Simbabwe
(In den letzten Tagen zum Team dazugekommen)

“Mosaik ist für mich neu. In meinem Land habe ich so etwas noch nie gesehen. Ich würde es wirklich gerne von Grund auf lernen. Manchmal fühlte ich mich privilegiert. Mein Wunsch ist es, zu lernen, wie man das macht, weil ich ein Mosaik für mich haben will.s

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