Mosaikprojekt Himmelsfels – Teil 2: Ab auf’s Gerüst

Heute geht es weiter mit Teil 2 der Himmelsfels Projektes. Hier könnt ihr Teil 1 lesen.

Jeder von uns hat sicher schon mal eine bemalte oder mit Mosaik verzierte Kuppel bestaunt, mit dem Kopf im Nacken, und sich gefragt: Wie haben diese Menschen wohl all diese Stunden dort oben verbringen können, ohne eine Genickstarre zu bekommen?

Puzzletricks fürs Kräfte schonen: Indirekte Technik

Um die Stunden möglichst gering zu halten, in denen man über Kopf arbeitet oder sich zu schwer erreichbaren Stellen verzerren muss, gibt es heutzutage ein paar Tricks. Einer davon ist, auf handlichen Papier- oder Folienstücken die Mosaiksteinchen indirekt aufzukleben und dann puzzleweise an die Decke zu bringen. Dieses indirekte Arbeiten kann man bis hin zur Perfektion betreiben und alle Teile so vorbereiten, dass sie exakt ineinandergreifen und die Fläche genau ausfüllen.

Dieses Prinzip machen wir uns im Projekt zunutze und haben einige Teile – die Schrift, die Sterne sowie einige Quadratmeter Fläche des dunkleren Bereiches des Himmels auf selbstklebender Folie vorbereitet. Alle Folien bekommen eine Nummer, der zu ihrem Farbbereich passt, damit nachher klar ist, wo im Himmel sie ihren Platz finden sollen. Die Übergänge sowie die komplizierteren Verläufe des helleren Teiles legen wir von Hand.

Die Materialmischung: “Das Rot passt doch gar nicht!?”

Aber noch mal einen Schritt zurück. Das erste was die Kinder und Jugendlichen im Mosaikprojekt gelernt haben: Die Farbmischungen müssen vorbereitet werden, damit die Kontraste und Farbwirkungen nachher stimmen. Mosaik machen ist ja nicht so spontan wie Malerei. Man kann am Ende nichts übermalen. Was klebt, das klebt.

Also war Schritt Nummer 1, die Mischungen der verschiedenen Bereiche herzustellen. Helle und dunkle Bereiche galt es hierbei zu unterscheiden und das Material entsprechend nach hell und dunkel zu sortieren.

Irritation herrschte vor allem bei den kleinen roten Teilchen im dunkelblauen Bereich. “Hä, das passt ja gar nicht.” “Warte es ab”, habe ich schmunzelnd gesagt. Nachher, als die Steinchen an der Decke klebten, waren die Augen groß: “Wow, wirklich, ich sehe das Rot gar nicht mehr und der Himmel hat an diesen Stellen eine so tolle Wirkung!”

11 leuchtende Sterne für den Himmelsfels

In den Fotos oben seht ihr unsere Vorbereitungen für die Teile auf der Folie. Hier können wirklich alle Altersklassen helfen, da wir nicht auf dem Gerüst stehen, sondern ganz sicher auf der Erde bzw. Tischen arbeiten. Gerade die gelb leuchtenden Sterne haben es den Kindern natürlich angetan und wurden mit Eifer gelegt.

Aber auch beim Hintergrund gibt es einiges zu lernen: Dass unser Nachthimmel eben nicht einfach blau ist, sondern dieses Blau auch aus Grün, Braun und Violett und Rot besteht zum Beispiel und es dadurch erst seine ganz eigenen Dynamik bekommt. Wie man mit der Anordnung der Teilchen die Wirkung der Fläche verändern kann. Und dass es wichtig ist, ausreichend Abstand zu lassen zwischen den Steinchen, damit die Fugenmasse ihnen später zusätzlichen Halt gibt.

Ab auf’s Gerüst: Installation des Mosaiks

Nach vielen Stunden indirekter Arbeitsweise ging es daran, das Gerüst aufzubauen, um im oberen Bereich der Kugel mit der Installation zu starten. Wir kleben schrittweise von unten nach oben. Zunächst haben wir dafür die Position der Schrift und den groben Verlauf der Farbflächen aufgemalt.

Vor dem richtigen Start mussten erst mal einige Löcher und Unebenheiten mit Glasfasernetz abgeklebt und verspachtelt werden, um eine möglichst ebene Fläche zu schaffen.

Immer wieder heißt es nun: Zementkleber auftragen, und das trotz Rundung der Kuppel möglichst gleichmäßig. Matten aufkleben, Zwischenräume ausfüllen. Nach der Hügellandschaft mitsamt der Schrift kamen die komplizierteren helleren Bereiche an die Reihe. Hier haben wir alle Verläufe von Hand direkt aufgeklebt, bis die dunkleren Bereiche erreicht waren, wo es mit den Matten weitergehen konnte.

Auch die nicht ganz schwindelfreien Helfer haben sich nach einigen Stunden an die Arbeitshöhe gewöhnt und waren im Nachhinein stolz mitgemacht zu haben.

Fleißarbeit: Fugen auskratzen, Stellen reparieren

Nach dem Lösen der Folien müssen natürlich die Fugen gesäubert werden, wo zu viel Zementkleber austritt. Auch gibt es hier und da Teile zu reparieren. Dass vieles im Mosaik Fleißarbeit ist, haben bei diesen Arbeiten wohl alle live mitbekommen.

Müde sind wir abends denke ich alle, aber auch sehr glücklich zu sehen, was wir am Tag geschafft haben.

Ein wirkliches Highlight war für mich das Richtfest zur Hälfte des Mosaiks, bei dem Besucher des Gospel Days und andere Interessierte die Arbeit ansehen konnten. Es tat einfach gut, mal gemeinsam das Geschaffte anzusehen und zu zelebrieren, um sich für den Endspurt zu sammeln.

 

Lese Part 3 zur Fertigstellung des Mosaiks.

Mehr zum Himmelsfels unter www.himmelsfels.de.

 

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