Emilie Baudrais

Letzte Woche war ich zu Besuch bei Emilie Baudrais. Die junge Künstlerin hat an der Universität für plastische Kunst in Bordeaux studiert. Nach ihrem Abschluss suchte sie nach einer Dimension, um ihren Arbeiten noch mehr Ausdruck zu verleihen.

Die 1985 geborene Französin entschied sich schließlich, nach Italien zu gehen, um eine Ausbildung an der Scuola Mosaicisti del Friuli zu machen.

Heute schätzt sie das Mosaik mehr als je zuvor für die Möglichkeit, ungewöhnliche Farbtiefe und Brillianz zu erzeugen und mit unterschiedlichen Texturen zu spielen. Ihre opulenten Werke mixen vielfältige Materialien wie Smalti, venezianisches Gold, Perlen, Kieselsteine, Holz, Metall und mundgeblasenes Glas. Sie scheinen förmlich zu vibrieren.

Pavone, Emilie Baudrais
“Pavone” (2010), 75×40 cm, venezianische Smalten, mundgeblasenes Glas, © Emilie Baudrais
Pappagallo, Emilie Baudrais
“Pappagallo” (2010), 40x57cm, venezianische Smalten und Gold, mundgeblasenes Glas, Kupfer, Glas, Marmor, © Emilie Baudrais

“Wenn ein Mosaik mit großer Sorgfalt und Hingabe erstellt wurde, ist es für mich weit wertvoller als ein Gemälde. Denn ein erfahrener Mosaikkünstler lässt sich von der Materie selbst leiten. Am Ende ist es die Natur selbst, die sich in den Werken widerspiegelt und den Betrachter in eine andere Welt entführt.”

Pezzi di stoffe sarde, Emilie Baudrais
Aus der Reihe “Pezzi di stoffe sarde” (2011), 65×31 cm, venezianische Smalten, © Emilie Baudrais

In eben diese magische Welt möchte Emilie Besucher und Schüler ihres Laboratoriums auf Sardinien mitnehmen. “Babylon Mosaic” hat sie 2010 in Cagliari gegründet. In diesem auf der Insel einzigartigen kreativen Raum veranstaltet sie Ausstellungen, führt innovative Auftragsarbeiten aus und gibt regelmäßig Workshops.

Ein großes Anliegen ist es ihr, die öffentliche Meinung über die Mosaikkunst zu verändern. Sie möchte mit ihren Werken und ihrem Engagement dazu beitragen, dass Mosaike endlich als künstlerische Ausdrucksform anerkannt werden. Denn für sie ist der gekonnte Umgang mit Smalti, Hammer und Co. viel mehr als ein dekoratives Handwerk.

Dies bezeugt auch der große Erfolg, den Emilie mit ihrer Arbeit hat: Im Rahmen des internationalen Mosaikwettbewerbs “L’arte del Mosaico” wurde ihr Werk “My Eye” dieses Jahr in Rom ausgezeichnet.

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