Betonform selbst gemacht

Diese Woche haben wir in Terrazzo eine Trägerfläche für ein Mosaik erstellt. Eine simple Fliese aus einem Zement-Sand-gemisch, stabilisiert durch einen Eisenstrang, den wir mit der Zange in Form gebogen haben. Das Schöne ist: solche Betonformen kann man ganz nach Gusto erstellen, in einem selbst gewählten Maß. Auch andere Objekte wie Vasen, Schalen oder Pflanzkübel lassen sich so produzieren. Der Vorteil ist, dass die Materialkosten sehr gering sind. Der Aufwand sollte natürlich in Relation zu eurem Projekt stehen. Probiert es einfach mal aus. Jegliche Negativform (auch Plastikdosen, -wannen oder -becher) könnt ihr als Basis benutzen. Nur nicht vergessen, dass ihr das Ding nachher noch gehoben kriegen solltet. Die Betonform ist witterungsbeständig – auch bei Minusgraden.

Herstellung einer Betonfliese

Material

Sand, Zement, Wasser, Eisendraht (Durchmesser ca. 0,3 mm, Länge ca. 2 Meter), Gips, Butter oder Seife

Werkzeuge

Zange, Spachtel (runde Spitze), Plastikbehälter (zum Anrühren der Zementmasse), Begrenzungen für den Rand (Höhe gleich Höhe der späteren Fliese), Hammer

Vorgehensweise

Fliesenform: Als Begrenzung für die Fliese haben wir einfach 4 Eisenstangen genommen (die Höhe dieser Begrenzung ist nachher die Höhe der Fliese), als Quadrat in den gewünschten Maßen auf dem Untergrund ausgelegt und außen mit Gips fixiert.

Eisenform zur Stabilisierung: Den Eisendraht (verleiht der Fliese oder jeder anderen Form aus Beton Stabilität) haben wir im Kopf der Bohrmaschine eingehakt und drehend zu einem Stab „glatt gezogen“. Aus dem Eisenstab biegt ihr euch mit der Zange einfach eine etwas kleinere Form, die natürlich schön plan sein muss, damit sie später nirgendwo aus der Platte herausschaut.

Zement-Sand-Masse: Hierzu mischt ihr 1 Teil Zement mit 3 Teilen Sand gut durch und gebt nach und nach Wasser hinzu. Schön durchrühren, bis eine homogene lehmartige Masse entsteht, die nicht zu feucht ist.

Befüllen der Fliesenform: Nachdem ihr die Innenseiten der Form (also auch die Eisenstangen) gut eingefettet habt, verteilt ihr mit dem Spachtel die Masse gleichmäßig in der Form. Zunächst ungefähr bis zur Hälfte der Höhe. Nun drückt ihr die Eisenform zur Stabilisierung in die Masse (diese sollte natürlich später möglichst mittig positioniert sein) und bedeckt diese mit einer weiteren Schicht Zement-Sand-Masse. Achtet beim Spachteln darauf, dass keine Luftblasen bleiben und die Ecken der Form gut gefüllt sind. Tragt ein wenig mehr Masse auf als nötig (ca. 1-2 mm höher als die Form). Nun nehmt ihr eine Eisenstange und streicht langsam über die Masse, auf der Begrenzung entlang rutschend, so dass sich die Masse weiter verdichtet und eine plane Oberfläche entsteht.

Lösen der Fliesenbegrenzung: Jetzt heißt es warten, bis die Form ausgehärtet ist (ca. 24 Stunden). Die Begrenzung der Fliese könnt ihr lösen, indem ihr den Gips abschlagt und die Eisenstangen vorsichtig mit dem Hammer löst.

Tipps: Wir arbeiten auf einem Betontisch, eine Plastiktischdecke sollte es als Untergrund aber auch tun. Wichtig ist, dass sowohl Formuntergrund als auch Forminnenseiten mit Fett oder Seife eingeschmiert werden.

Wissenhinweis

Zement + Sand (oder Kies, Splitt, Glas) + Wasser = Beton

Zement ist ein hydraulisches Bindemittel, das erst mit Wasser und Zuschlagstoffen abgemischt wird und in diesem frisch abgemischten Zustand mehr oder weniger verformbar ist (= nicht abgebundener Beton). Sobald sich die Bestandteile des Zements in Wasser lösen beginnt ein Abbindevorgang, der im Wesentlichen

einen Hydrolyseprozess
CaO +H2O ergibt Ca(OH)2
Ca(OH)2 + CO2 ergibt CaCO3

und einen Hydradationsprozess
CaO x SiO2 + H2O ergibt CaOxSiO2xH2O –> fein verfilzte Nadeln

darstellt. Dabei härtet der Beton aus und gewinnt an Festigkeit.

 

Alle Angaben ohne Gewähr

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